Ambush-Marketing meint „Trittbrettfahrer“ bei Großereignissen, die keine Sponsorgebühren entrichten, aber trotzdem an der medialen Popularität mitnaschen wollen. Die Fußball-WM in Südafrika ist da für viele natürlich wie Weihnachten und Ostern zusammen. Und die FIFA wacht wie der Krampus über die Einhaltung aller Sponsoringrichtlinien. Der niederländische Biererzeuger „Bavaria“ hat nun eine sehr schlaue Aktion eingefädelt, um das enge Sponsoringverbot der FIFA auszuhebeln. Er hat eine Gruppe von 36 jungen, hübschen Frauen mit orangen Minikleidern ausgestattet und zur Partie geschickt. Wohl wissend, dass die Kameramänner diesen „Leckerbissen“ nicht ausblenden können. Die Minikleider waren ein Geschenk beim Kauf einer Kiste „Bavaria“-Bier gewesen. Und tatsächlich waren die Mädchen oft eingeblendet in der ersten Hälfte des Spieles gegen Dänemark. Das war aber der gestrengen FIFA zuviel, sie ließ die jungen Damen in der zweiten Spielhälfte aus dem Stadion werfen und stundenlang verhören. Offenbar waren sie auch massiv bedroht worden: „Sie haben gedroht, uns sechs Monate lang einzusperren. Die Mädchen haben geweint.“, so Barbara Kastelein, eines der Mädchen aus der Gruppe.
Hier hat die FIFA eindeutig eine Schwelle überschritten, die bei den meisten Fußballfans für Aufruhr sorgt. Denn wie ist es möglich, dass die FIFA auf die Polizei in Südafrika Einfluss nehmen kann, und sie für Stunden auf dem Polizierevier festhalten darf?
Und da die Kleider nur mit einem winzigen Logo gebrandet waren, die nicht von den Kameras eingefangen werden konnten, ist auch die Beweisführung wegen unerlaubter Mittel sehr dürftig. Natürlich muss die FIFA die Rechte ihrer Sponsoringpartner schützen, aber eine Methode mit weniger Vorschlaghammer hätte dem Fußballverband besser getan. Denn nun ist Bavaria Bier und seine Beer Babes überal in den Medien präsent, mehr noch als viele Sponsoringpartner. Ob das nicht zu einem Umdenken bei den Partnern führt?
Eine Episode, die beweist, dass in der modernen Medienwelt heute andere Gesetze gelten, als noch vor wenigen Jahren. Dialog und Eingehen auf seine Kunden bzw. sollte stets Primärziel sein.
Wie seht ihr das ? Hat die FIFA richtig gehandelt, um ihre Sponsorpartner zu schützen? Oder ist sie mit dieser Aktion zu weit gegangen?
Via Der Standard
